Eine sehr prägende Reise mit meiner Tochter nach Kenia
Lange haben Katja und ich überlegt, welches Adjektiv wir dieser Reise gerecht wird. Wir entschieden uns für prägend, ja das waren sie wirklich, die Tage in Afrika.
Nach einer doch langwierigen Einreise in Kenia, waren wir sehr erleichtert, von unserem Taxifahrer mitten in der Nacht aus dem Hotel in Empfang genommen zu werden. Für meine Tochter, die noch nie in Afrika gewesen war, begann das Abenteuer bereits auf der ersten Fahrt durch Nairobi – fremd, lebendig, faszinierend.
Wie schön war es, ein Hotel zu betreten, in dem ich schon vor 30 Jahren, viel Zeit verbracht habe. Alleine die Vegetation ist unbeschreiblich. Nach 2 Tagen Akklimatisierung, waren wir schon gespannt, was die nächsten Tage auf uns zukommen wird. John holte uns direkt vom Hotel ab und es ging ein paar Stunden lang in Richtung Masai Mara. Tiere auf der Straße, Menschen, Staub, die eigenartigsten Fortbewegungsmittel, vor lauter Schauen verging die Fahrt wie im Flug. Die Tage dort waren unvergesslich – voller Eindrücke, voller Schönheit. Und gleichzeitig auch eine kleine Rückkehr zur Einfachheit: warmes Wasser und Strom waren nicht selbstverständlich. Für uns verwöhnte Europäer eine neue Erfahrung.
Schweren Herzen verließen wir diese unglaublich schöne Landschaft und es ging nach Narok, um „unsere Studenten“ zu treffen. Welch Überraschung. So wortgewandte, interessierte Burschen, dankbar und bescheiden, einfach nicht zu glauben. Ich wollte sie auf Pizza einladen und sie haben sich zu dritt eine bestellt. Ich orderte noch 2 Stück, die sie sich dann zum Abendessen eingepackt haben. Wir führten angeregte Gespräche über das Studium, aber auch über Europa im Vergleich zu Afrika, Politik, Familie und vieles mehr. Die Zeit verflog und John drängte zum Aufbruch. Schweren Herzens haben wir uns verabschiedet, davor gab es noch Fotos und viele Dankeschöns auf beiden Seiten.
Nun starteten wir ins Ungewisse. Über Sandpisten, durch Wasser und über Steine ging es in die Hills, wo wir 2 Nächte bei John zu Gast sein durften. Die Herzlichkeit der Familie war schon ergreifend. Montag früh stand der Besuch der Schulen am Programm.
Auch dort waren wir zu Tränen gerührt. Erste Station war Ilkujuka, wo uns ein sehr engagierter Direktor mit unglaublichen Visionen empfangen hat. Zuerst hat er uns über eine Stunde aufgeklärt, was alles mit den Spendenmitteln finanziert worden ist. Wir durften auch die Lehrerunterkünfte (einfache Lehmhütten) und die Küche im Freien besichtigen. Dort wird zu Mittag Porridge für die Kinder gekocht. Ein roter, fast Suppen ähnlicher Brei, der in Bechern, an Alle verteilt wird. Ein Grund für viele Kinder, in die Schule zu kommen.
Dann läutete die Glocke. Und plötzlich waren sie da – fast 400 Kinder. Erst vorsichtig, dann neugierig, schließlich voller Freude. Unzählige High Fives, strahlende Augen und Katjas blonde Haare wurden zur Sensation. Ein kleines Mädchen nahm mich an der Hand und zeigte mir stolz ihre Klasse.
Es lässt sich nicht in Worte fassen, wie sehr uns das alles berührt hat! Schweren Herzens winkten wir zum Abschied, da wir ja noch nach Emorogi fahren wollten.
Dort standen schon der Direktor und Bonifac, ein Lehrer, der mit der Förderung aus Österreich die Ausbildung ermöglicht werden konnte, am Eingang und erwarteten uns. Die Landschaft ist dort anders, karger, aber die Kids wohnen näher und können über Mittag nach Hause zum Lunch. Es rührte uns, die rot weiß roten Bemalungen mit dem Danke an die Sponsoren zu sehen, die sie extra frisch gestrichen haben.
Dort führte man uns in jede einzelne Klasse und wir versuchten ein wenig mit den Kids zu kommunizieren. Aber ich denke, viele von ihnen haben noch kein weißes Gesicht gesehen. Für uns würde man sagen, unfassbare Bedingungen, aber dort sind sie glücklich, Bildung zu erlangen. Alle Kinder sind so gut erzogen und die Hefte führen sie wie Heiligtümer. Nachdem die Glocke geläutet hat, strömten alle in den Schulhof und nach ein paar Fotos durften sie endlich zu ihren Familien laufen. Unter Winken, sehr glücklich was dort, mit der Hilfe von uns allen entstanden ist, fuhren wir wieder nach Hause zu John.
Auch dort wurde noch viel diskutiert, wir haben sogar geholfen die Kühe einzutreiben und bald wurde es finster. Da Strom sehr rar ist, überlegt man lange, ein Licht einzuschalten. Die letzten Sonnenstrahlen fielen über die Hills und machte uns nachdenklich und sehr dankbar. Ich hoffe doch, dass wir auch in Zukunft, noch ein wenig helfen können.
Ein letztes gemeinsames Frühstück und nun ging die Reise wieder in Richtung Nairobi und wir spürten jede einzelne Bandscheibe, was aber an den Straßen liegt, obwohl John ein ausgezeichneter Fahrer ist!
Wir durften noch eine Nacht im Safari Park Hotel genießen. Ein letztes Jumbo – wir trennen uns schwer, den so viel Dankbarkeit, so fröhliche Menschen, so wunderbare Momente erlebt man selten. Afrika ist schon etwas sehr Besonderes.
Hakuna Matata – diesen Spruch hab ich gerne – eine Lebenseinstellung die wir mitnehmen. Egal wie schwer das Leben ist, nimm es leicht und lächle!
Sabina Rosenberg arbeitet am Campus 02 und ist seit 2008 für das Charity für unser Hilfsprojekt Melbinger für Afrika verantwortlich und besuchte Loita um zu sehen wofür sich Sabina all die Jahre ins Zeug legte!
Liebe Sabina ein GROSSES DANKESCHÖN von unserer SEITE – Katrin und Peter